Jangtsekiang


Jangtsekiang

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Jạng|t|se, Jạng|t|se|ki|ang, der; -[s]:
Fluss in China.

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Jạngtsekiang
 
der, chinesisch Yangzi Jiang [jaȖdzidʒjang], amtlich Chang Jiang [tʃaȖdʒjaȖ; »Langer Fluss«], im Oberlauf Jinsha Jiang [dʒinʃadʒjaȖ; »Goldsandfluss«], mit rd. 6 300 km Länge größter und bedeutendster Strom Asiens und wichtigster Verkehrsweg Chinas seit über 2 000 Jahren. Sein Einzugsgebiet von 1,8 Mio. km2 umfasst ein Fünftel der Fläche Chinas. Der Jangtsekiang entspringt im Kunlun Shan (Nordosten des Hochlandes von Tibet) 5 600 m über dem Meeresspiegel, Provinz Qinghai, fließt zunächst nach Osten und bildet auf seinem späteren Lauf nach Süden die Grenze zwischen Tibet und der Provinz Sichuan. In großem Zickzack durch Nordyunnan fließend, bildet er dann, in seinem nach Nordosten gerichteten Lauf, die Grenze zwischen Sichuan und Yunnan und strömt mit dem Eintritt in die Provinz Sichuan bei Yibin in nordöstliche, später östliche Richtung durch Mittelchina zum Ostchinesischen Meer. Bei Yibin verliert der Jangtsekiang seinen Charakter als Gebirgsfluss und wird schiffbar. Die östlichen Randgebirge des Roten Beckens von Sichuan durchbricht er in drei Schluchten zwischen Wanxian und Yichang (früher schwer zu passieren, durch Sprengung von Untiefen und Markierung der Fahrrinne heute gut schiffbar; seit 1994 Vorarbeiten zum Staudammbau). Bei Nanking beginnt das 350 km lange, bis 80 km breite, rd. 80 000 km2 große Delta. Bei Schanghai mündet der Jangtsekiang mit zwei Armen. Bis Wuhan, 1000 km oberhalb der Mündung, ist der Jangtsekiang für Seeschiffe bis 10 000 t, bis Chongqing, weitere 1 250 km stromauf, für Schiffe bis 1 000 t befahrbar. Über den Kaiserkanal besteht eine Verbindung mit dem Nordosten und dem Süden Chinas. Die Wasserführung unterliegt starken jahreszeitlichen Schwankungen, was zu Differenzen zwischen Hoch- und Niedrigwasser von 30 m im Roten Becken, bis zu 80 m in den Jangtsekiang-Schluchten und bis zu 15 m bei Wuhan führt. Maximal ist sie mit 80 000 m3/s am Unterlauf doppelt so stark wie beim Mississippi. Der Jangtsekiang ist relativ arm an Sinkstoffen. Wegen starker Ufervegetation und natürlichen Stauseen (Dongtin-, Poyangsee) sind Überschwemmungen seltener als beim Hwangho. Dennoch sind umfangreiche Deichbauten erforderlich. Früher gab es nur Fähren, heute bestehen Brücken bei Chongqing (1959), Sandouping (seit 1994 im Bau), Wuhan (1957) und Nanking (1968). Die Energiereserven des Jangtsekiangs sollen zunehmend erschlossen werden: Mit den Vorarbeiten zum Bau des »Drei-Schluchten-Staudammes«, des größten Staudamms der Erde, wurde 1994 unterhalb der Stadt Sandouping, wenige Kilometer oberhalb des bereits von 1970 bis 1988 errichteten Gezhouba-Staudammes (Kraftwerksleistung 2 715 MW), in der Provinz Hubei begonnen. Die Talsperre soll 185 m hoch, 1 983 m lang und 300 m stark werden und einen See von über 600 km Länge (zwischen Sandouping und Chongqing in der Provinz Sichuan) und 175 m Tiefe aufstauen; geplante Kapazität des Wasserkraftwerks: 18 200 MW. Etwa 140 Städte und eine Vielzahl von kleineren Ortschaften sowie 28 800 ha Ackerland sollen überflutet und über 1 Mio. Menschen zwangsumgesiedelt werden. Erhoffte Vorteile: Vermeidung von Überflutungen im Unterlauf des Jangtsekiangs, Verbesserung der Stromversorgung in Zentralchina, Verbesserung des Gütertransports in der Provinz Sichuan durch Beseitigung der Stromschnellen im Bereich der drei Schluchten. Noch nicht abzusehen sind die negativen Auswirkungen des auch in China umstrittenen Prestigeobjekts. Ein Bruch der Staumauer als Folge der Sedimentation während eines Jahrhunderthochwassers hätte verheerende Auswirkungen, das Klima könnte sich durch die riesige Wasserfläche verändern, außerdem könnte durch die mitgeführte Schlammfracht des Jangtsekiangs der Stausee bald verlanden. Eine der schönsten Flusslandschaften Chinas und somit auch Touristenattraktion ginge verloren.

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Jạng|tse, Jạng|tse|ki|ang, der; -[s]: Fluss in China.

Universal-Lexikon. 2012.

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